28 | 07 | 2017
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Ivan Majid aus Syrien ist Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Aschendorf. Der Flüchtling will ein Vorbild sein und auch andere Menschen für die Arbeit in der Feuerwehr begeistern. Ein Bericht über gelebte Integration bei der Feuerwehr.

„Er ist einer von uns“, sagt Mirco Krange, stellvertretender Ortsbrandmeister in Aschendorf. Ivan Majid, syrischer Flüchtling, ist seit letztem Jahr im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Aschendorf. 2013 kam er mit seiner Familie aus Serekanyie im Norden Syriens nach Deutschland. Über München ging es schließlich ins beschauliche Aschendorf. „Dann habe ich erst mal Deutsch gelernt“, erinnert sich der 18-Jährige. 

Auf die Feuerwehr ist er durch Filme und den Nachbarn, der auch bei der Wehr ist, gekommen. „Irgendwann habe ich einfach gefragt, ob ich auch mal mitkommen kann“, sagt Majid. Das war 2015. Zunächst ging es in die Jugendfeuerwehr, wo sich Jugendliche ab zehn Jahren engagieren können. Nach nur einem Jahr schaffte der Syrer seine Leistungsspange und rückte in den aktiven Dienst vor. „Er ist ein Senkrechtstarter der Feuerwehr“, lobt Stadtbrandmeister Josef Pieper.

Kameradschaft ist das Wichtigste

In Aschendorf sind sie nicht nur von dem rasanten Aufstieg des Syrers begeistert, sondern auch von dessen Charakter. „Er hat keine Angst, keine Scheu, er traut sich was“, sagt Ortsbrandmeister Hermann Göken. Der 18-Jährige habe sich schnell integriert und sei sehr zuverlässig. „Er ist einfach sympathisch. Er kommt bei den Kameraden gut an“, ergänzt Pieper. Zwischen Majid und den Brandmeistern herrscht ein lockeres Verhältnis. „Er hat immer einen Spruch auf den Lippen“, erzählt der Stadtbrandmeister.

Was ihn als Feuerwehrmann auszeichne? „Die Freude. Es ist schön, hierherzukommen“, sagt Majid mit einem Funkeln in den Augen. „Und es ist ein tolles Gefühl, anderen Leuten zu helfen“, ergänzt der Schüler der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf. Auch untereinander helfe man sich. Es hätte gut getan, mit den Kameraden über das zu sprechen, was er selbst schon alles erlebt hat. „Die Kameradschaft ist das Wichtigste“, stellt Majid klar. Es gibt keine Unterschiede, weder nach dem Alter, noch nach der Herkunft. Jeder respektiert den Anderen.

Andere Flüchtlinge begeistern

Dem 18-Jährigen gefällt es bei der Feuerwehr. Er will ein Vorbild sein und auch andere Flüchtlinge dafür begeistern. „Ich würde gerne mehr Leute zur Feuerwehr bringen, aber das Problem ist die Sprache“, sagt der Syrer. Nicht jeder hätte Lust, Deutsch zu lernen. Stadbrandmeister Pieper erhofft sich, dass nach Majid viele nachziehen werden. „Dass er als Syrer den Mut gehabt hat, zur Feuerwehr zu gehen, finde ich toll“, so Pieper. Einen hat der junge Feuerwehrmann schon überzeugt – sein jüngerer Bruder Ajas engagiert sich mittlerweile ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr in Aschendorf.

Ivan Majid findet den Job als Feuerwehrmann so interessant, dass er sich auch vorstellen kann, später bei der Berufsfeuerwehr zu arbeiten. „Nichts da. Du bleibst hier. Du kommst hier nicht weg“, wirft Pieper direkt scherzhaft ein. Göken ist sich sicher: „Er wird seinen Weg gehen.“

 

Bericht: Ems-Zeitung

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Der letzte Einsatz

Nr. 42
27.07.2017 I 00:28 Uhr

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